Kinderheim Weißenstein
Hohenlimburger Straße 90A
Kinder aus dem Evangelischem Kinderheim Weißenstein waren unter den Sterilisierungsopfern. Es handelte sich um drei Geschwister im Alter von 13, 14 bzw. 15 Jahren. Sie waren Vollwaisen und kamen aus ärmlichen Verhältnissen.
In vielen Kinder- und Jugendheimen herrschten vor und nach 1945 unmenschliche Verhältnisse. Körperliche und sexuelle Gewalt und Fremdbestimmung waren alltäglich. Mit den skandalösen Verhältnissen im evangelischen Kinderheim Weißenstein an der Hohenlimburger Straße beschäftigte sich im Jahr 1925 sogar der Reichstag.
Die sozialen Vorurteile gegen Arme wurden durch die Rassentheorien und die Sparmaßnahmen der Nationalsozialisten verstärkt: Unzählige Kinder verhungerten in den Heimen. Heimbewohner galten als „erbbelastet“, „rassisch minderwertig“ und „asozial“ und wurden deshalb zwangssterilisiert oder im Rahmen der „Euthanasie“ ermordet.
Kinder aus dem Kinderheim Weißenstein waren unter den Sterilisierungsopfern. Es handelte sich um drei Geschwister im Alter von 13, 14 bzw. 15 Jahren. Sie waren Vollwaisen und kamen aus ärmlichen Verhältnissen. Sie besuchten eine Hilfsschule (heute: Förderschule).

Kinderheim Weißenstein, 2022
Pablo Arias Meneses

Kinderheim Weißenstein, 1939
Perspektiven. 75 Jahre Evangelisches Kinderdorf Weissenstein, Hagen, 1992
Die Evangelische Stiftung Weißenstein entstand 1916 aus dem Nachlass eines in jenem Jahr verstorbenen Gutsbesitzers. Sie bekam ihren Namen von den nah gelegenen Kalkfelsen „Weißenstein“. 1917 wurden die ersten Kinder aufgenommen. 1932 fand hier ein Teil der Kinder aus dem städtischen Kinderheim in Altenhagen, das geschlossen wurde, eine neue Bleibe. 1939 musste aus Platzgründen ein Neubau errichtet werden.

Volksstimme, 7.1.1925
1924 erkrankten mehrere Kinder und eine Pflegekraft im Kinderhaus Weißenstein an einer Geschlechtskrankheit. Reichstagsabgeordnete der KPD kritisierten daraufhin die Missstände in kirchlichen Einrichtungen

Ehemaliges Kinderheim Weißenstein, 2022
Pablo Arias Meneses
Das Kinderheim zog 1978 in einen Neubau in der Leopoldstraße auf dem Kuhlerkamp. Das Gebäude an der Hohenlimburger Straße beherbergte eine Wohngruppe mit einem modernen, integrativen Konzept. Heute ist es eine Familien- und Freizeiteinrichtung.
Ich will mehr wissen:
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Geschichte und Rechtsstatus der Stiftung Weißenstein
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heutige Nachfolgeeinrichtung
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Begleitheft zur DVD „Lebensunwert“
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Heimkinder und Heimerziehung in Westfalen 1945-1980
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LVR und ehemalige Heimkinder
- Vorstand des Evangelischen Kinderdorfes, (Hg.), Evangelisches Kinderdorf Weißenstein Hagen. Festschrift Hagen, 1978.
- Evangelisches Kinderdorf Weissenstein (Hg.), Perspektiven. 75 Jahre Evangelisches Kinderdorf Weissenstein, Hagen, 1992.
