Gerda Oberbeck

Albrechtstraße 15

Gerda Oberbeck wurde 1939 vom Gesundheitsamt als „minderwertig“ eingestuft und im Allgemeinen Krankenhaus Hagen zwangssterilisiert. Sie starb an den Folgen der OP. Gerda wurde nur 17 Jahre alt.

Gerda Oberbeck, geb. 1921, war das jüngste der fünf Kinder der Witwe Anna Oberbeck. Die Familie wohnte in der Albrechtstraße 15 in der Cuno-Siedlung am Kuhlerkamp. Gerda arbeitete in der Fabrik Ruberg und Renner und pflegte ihre schwerkranke Mutter.

Das städtische Gesundheitsamt stufte Gerda 1939 als „minderwertig“ und „erbbelastet“ ein. Sie erfuhr nie, wer sie angezeigt hatte. Per Brief wurde sie dazu aufgefordert, sich im Allgemeinen Krankenhaus zur Zwangssterilisierung zu melden. Sie ignorierte die Briefe. Schließlich holten Polizisten sie an ihrem Arbeitsplatz ab und brachten sie ins Allgemeine Krankenhaus. Dr. Haver führte den Eingriff durch. Sie starb dort am 24.6.1939 in Folge der Operation. Hagener SchülerInnen inserierten am 27. Januar 2020, dem Internationalen Tag zur Erinnerung an die NS-Opfer, einen Nachruf. 2022 wurde ihr Stolperstein vor dem heutigen Agaplesion Allgemeinen Krankenhaus verlegt.