Dr. Scheulen

Cunostraße 42

Josef Scheulen leitete seit 1938 das Gesundheitsamt Hagen und spielte eine entscheidende Rolle bei der Verfolgung von Kranken und Menschen mit Behinderung.

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Dr. Josef Scheulen, geb. 1895, arbeitete seit 1929 im Gesundheitsamt Hagen. Er wurde 1936 stellvertretender Amtsleiter. 1938 trat er der NSDAP bei. In selbem Jahr übernahm er die Leitung der Behörde. Er beteiligte sich übereifrig an der Umsetzung der NS-Rassenpolitik. Dr. Scheulen zeigte Hunderte von HagenerInnen beim Erbgesundheitsgericht Hagen an, in dem er selbst als Laienrichter tätig war.

Nach dem Krieg fand Scheulen Entlastungszeugen, die behaupteten, er sei ein Gegner der “Euthanasie” und des Nationalsozialismus gewesen. Er wurde als politisch unbedenklich eingestuft, blieb Leiter des Gesundheitsamtes und wurde kurz darauf sogar zum Medizinaldirektor befördert.

Nach seiner Pensionierung arbeitete er als Betriebsarzt in der Firma Varta. Als er 1973 starb, schrieb der Hagener Ärzteverein in seiner Todesanzeige, man werde ihm ein „bleibendes Angedenken“ bewahren.

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