Vor­ge­burt­li­che Un­ter­su­chun­gen – ja oder nein?

Alle vor­ge­burt­li­chen Un­ter­su­chun­gen sind frei­wil­lig – das heißt, eine an­ge­bo­te­ne Un­ter­su­chung oder ein Test kann je­der­zeit ohne Be­grün­dung ab­ge­lehnt wer­den. Das Recht auf Nicht­wis­sen ist so wich­tig, dass nie­mand zu einer Un­ter­su­chung ge­drängt wer­den kann.

Vor­ge­burt­li­che Un­ter­su­chun­gen kön­nen weit­rei­chen­de Fol­gen haben. Bevor die Ent­schei­dung für oder gegen einen nicht in­va­si- ven Prä­natal­test (NIPT) auf Tri­so­mie 13, 18 und 21 ge­trof­fen wird, ist es wich­tig, sich über fol­gen­de Fra­gen Ge­dan­ken zu ma­chen und recht­zei­tig gut be­ra­ten zu las­sen:


  • Ist es er­wünscht zu er­fah­ren, ob das un­ge­bo­re­ne Kind eine Tri­so­mie hat?
  • Was wird bei einem auf­fäl­li­gen Er­geb­nis un­ter­nom­men?
    Wird die Ent­schei­dung ge­trof­fen, das Kind zu be­kom­men? Oder kommt ein Schwan­ger­schafts­ab­bruch in Frage?
  • Wer­den wei­te­re In­for­ma­tio­nen be­nö­tigt?


Wel­che Auf­klä­rung und Be­ra­tung gibt es?

Die ärzt­li­che Auf­klä­rung und Be­ra­tung

Ärzt*innen sind ver­pflich­tet, über die Ziele, die Aus­sa­ge­kraft und die mög­li­chen Fol­gen einer Un­ter­su­chung auf­zu­klä­ren und zu be­ra­ten. Wenn es um ge­ne­ti­sche Un­ter­su­chun­gen geht, dür­fen nur Ärzt*innen die Be­ra­tung über­neh­men, die dazu be­rech­tigt sind.

Die psy­cho­so­zia­le Be­ra­tung

Sie wird vor allem von Schwan­ger­schafts­be­ra­tungs­stel­len ange- boten. Dort wird per­sön­lich, on­line oder te­le­fo­nisch be­ra­ten (auf Wunsch auch an­onym). Die Be­ra­tung kann bei der Ent­schei­dung für oder gegen einen Test hel­fen, aber auch beim Um­gang mit einem auf­fäl­li­gen Er­geb­nis. Au­ßer­dem kön­nen dort Er­war­tun­gen und Sor­gen be­spro­chen wer­den, die mit der Schwan­ger­schaft ver­bun­den sind. In der manch­mal be­las­ten­den War­te­zeit auf ein Test­ergeb­nis kann sie eben­falls un­ter­stüt­zen.

Ärzt*innen sind vor ge­ne­ti­schen Un­ter­su­chun­gen und nach einem auf­fäl­li­gen Be­fund ver­pflich­tet, auf den An­spruch einer ge­ne­ti­schen und psy­cho­so­zia­len Be­ra­tung hin­zu­wei­sen. Auf Wunsch müs­sen sie kon­kre­te Kon­tak­te zu Schwan­ger­schafts­be- ra­tungs­stel­len ver­mit­teln. Sie nen­nen auch Kon­takt­adres­sen von Selbst­hil­fe­grup­pen oder Ver­bän­den der Be­hin­der­ten­hil­fe.